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KLEINES JAZZ LEXIKON

Blues (ab ca. 1880)

Ursprünglich die weltliche Gesangsform der nordamerikanischen Schwarzen, meist in zwölftaktiger Form unter Verwendung der "BlueNotes". Zuerst meist Gesang ohne Instrumentalbegleitung, später unterstützt von Gitarre oder Klavier, schliesslich durch ganze Bands. Der Blues beeinflusste die ganze Jazzentwicklung, aber auch entscheidend den Pop, entwickelte sich via Boogoe Woogie, Rythm'n Blues zum Rock'n'Roll.

Hauptvertreter: Muddy Waters, B.B. King, im Rock Eric Clapton

Ragtime ( ab ca. 1890)

Hauptsächlich eine Klavierspielweise mit synkopierter Melodik und regelmässigem um.pah-Bass, melodisch, harmonisch und formal stark an die europäische E-Musik und Marschmusik angelehnt, weitgehend durchkomponiert. Zentren in Sedalia, St. Louis und später New York. Grösste Ragtime-Hits: "Marple Leaf Rag" und "The Entertainer".

Hauptvertreter: Scott Joplin, James Scott, Joseph Lamb

New Orleans (ab ca. 1900)

Erster eigentlicher Jazzstil, began als eine Art orchestrierte Ragtime mit Blues-Einflüssen und entwickelte zunehmend improvisatorische Elemente. Wichtige Rolle der Kollektivimprovisation. "Schwarze" Spielweise in und um New Orleans (hier vor allem bis 1917 im Vergnügungsviertel Storyville), aber auch in anderen Südstaaten. Besetzung meist Trompete, Klarinette, Posaune, Piano oder Banjo, Bass oder Tuba, Schlagzeug.

Hauptvertreter: Louis Armstrong, Sidney Bechet, George Lewis
Heute: Sammy Remington

Dixieland (ab ca. 1910)

Zu Beginn eine "weisse" Nachahmung des New Orleans-Stils, später eigene Elemente: vermehrte Gewichtung der solistischen Leistung.

Hauptvertreter: Original Dixieland Jazz Band, Muggsy Spanier's Ragtime Band
In Europa: Chris Barber, Dutch Swing College Band
In der Schweiz: Harlem Ramblers, Picadilly Six

Chicago Dixieland (ab ca. 1920)

Spezielle Spielweise des Dixieland einer Musikergruppe aus Chicago, auch Uebergangsstil vom Dixieland zum Swing. Kollektiv oft nur noch am Anfang und Schluss eines Stücks, sonst Soli.

Hauptvertreter: Bix Beiderbecke, Eddie Condon, Bobby Hackett
In der Schweiz: Tremble Kids